Nicht mehr lange, dann ist wieder Derbytime. In gut einer Woche spielt unsere Borussia gegen unseren Lieblingsgegner und Punktelieferanten aus der Domstadt. Auf Facebook freuen sich die Fans schon seit Wochen auf das Spiel gegen die K***** und posten haufenweise Anti-K***-Witze,- Videos und Kommentare.
Was uns in der kommenden Auflage des Duells der Rivalen erwarten wird, ist wie immer ungewiss. Deshalb wird die Stimmung auch bei diesem Aufeinandertreffen zum zerreißen gespannt sein. Vieles konnte man in den vielen Spielen erleben, WirFansVomVfL.de möchte hier nun an einige Momente erinnern.
Geschichte eines Derbys
Von einem Derby kann eigentlich nicht direkt gesprochen werden, da beide Vereine in ihrer Historie ihre eigenen Städtederbys hatten. Borussia hatte seine Derbys gegen den FC oder den Rheydter Spielverein, Köln hatte Fortuna. Das erste Aufeinandertreffen in der Bundesliga gab es am 01.01.1961. Das erste Spiel zwischen Borussia und K*** fand aber schon 50/51 in der Oberliga West statt.
Zu dieser Zeit gingen meist die Domstädter als Gewinner vom Platz. Ab 1963 änderte sich das Ganze vollkommen. Borussia entschied mehr als die Hälfte der Spiele für sich. 1965 kam es dann zum ersten Auswärtsieg in der Domstadt, die Tore erzielten Netzer und Vogts. Netzer machte seinen ersten Doppelpack übrigens 1969, natürlich gegen K***.
In den Siebziger Jahren wuchs die Brisanz des Derbys, denn Borussias Trainer war ein Kölner, sogar Gründungsmitglied des 1.FC. Nach einem Zerwürfnis mit dem Effzeh, heuerte Hennes Weisweiler bei der Borussia an.
Diese Zusammenarbeit, wie jeder weiss, war äusserst erfolgreich.
Wir "Buure" zeigten der schicken Metropole, was Fussball spielen hiess. Die Kölner ärgerten sich darüber das "ihr" Trainer in der "Provinz" so erfolgreich war. Weisweiler stachelte das Derby an, sagte: "Gegen jede Mannschaft könnt ihr verlieren, nur gegen die Kölner nicht." 1976 kehrte er nach Köln zurück und wurde auch dort Meister und Pokalsieger.
Derby auf verschiedenen Bühnen
Man spielte nicht nur in der Liga gegeneinander, dieses spezielle Derby gab es auch schon im DFB-Pokal und UEFA Cup. So ist das DFB-Pokalfinale 1973 unvergessen. Beide Torhüter zeigten Wahnsinnsleistungen, Nervenkitzel pur und dann wechselte sich Netzer selbst ein und erzielte mit einem Sonntagsschuss den Siegtreffer. Das war Wahnsinn!
Im UEFA Cup trafen beide Teams zweimal aufeinander. 1972/73 ging das Achtelfinal Hinspiel 0:0 aus, das Rückspiel gewann Borussia mit 5:0. Zwischen diesen diesen Partien spielte Borussia auch in der Liga gegen den Effzeh und gewann dort 5:2.
Hennes Weisweiler - Meistertrainer mit Borussia und K***
Die zweite Auflage im UEFA Cup, gab es dann in der Saison 74/75. Borussia gewann beide Spiele (3:1/1:0) und zog somit ins Finale ein. Auch das Finale gegen Entschede entschied der VfL für sich und wurde verdienter UEFA Cup Sieger. Eine Saison später mussten die K**** ertragen, wie die Borussen nach dem Spiel die Meisterschale überreicht bekamen. 1978 war es dann der 1.FC, der Meister wurde, trotz einem 12:0 von Borussia gegen den BVB. Die Domstädter behielten die bessere Tordifferenz.
In den 80er Jahren gab es auch einige nicht so tolle Ereignisse, so gab es u.a. eine 4:1 Klatsche in der Saison 82/83. oder auch die ersten Trainerentlassungen. So musste Wolf Werner, in der Saison 89/90 seinen Stuhl räumen - dass nach einer 2:0 Niederlage gegen den Effzeh. Es war die erste Trainerentlassung in der Geschichte von Borussia Mönchengladbach. Ein ähnliches Schicksal ereilte Gerd vom Bruch 91/92, nach einem 2:2 gegen K***. Auch Jos Luhukay musste am 7. Spieltag der Saison 08/09 seine Koffer packen - nach der ersten Heimschlappe gegen K*** seit 17 Jahren.
Nach der Jahrtausendwende waren die Verhältnisse noch deutlicher, als in dem vorangegangenem Jahrzehnt. So erzielte Arie van Lent in der Spielrunde 2001/02 einen Hattrick in nur 14. Minuten. Kurios: Er spielte mit seinen alten Schuhen, die er von einem Fan, der diese ersteigerte, wiederbekam. Seine Torflaute war in diesem Moment Geschichte.
In der Saison 2005/06 erregten Ex-Keeper Kasey Keller und Jeff Strasser die Gemüter, als sie nach dem Abpfiff lauthals Anti-Köln Gesänge ins Stadionmikrofon brüllten.
Gift im Derby
2008 wurde das Derby dann richtig giftig. Die K**** schafften es, die Ultras Zaunfahne zu klauen. Letztendlich kam die Fahne dann beim Spiel in K*** ans Tages- bzw. Abendlicht. Sie tauchte in den letzten Minuten des Spiels in Köln in der Südkurve auf. Die gegnerischen Ultras zerissen diese in Fetzen. Die Gladbacher, fast alle in schwarz angereist, reagierten sauer und zündeten u.a. Pyros, das Spiel wurde unterbrochen. Sascha Rösler und einige Teamkollegen versuchten die Meute zu beruhigen.
Die derzeitige Führung geriet in Gefahr. Das Spiel konnte aber nach einigen Minuten fortgesetzt werden. In den letzten Minuten kam es dann zu einem Elfmeter für die K*****. Das Spiel endete Unentschieden.
In den Jahren danach wurde das Derby zu einem Hochsicherheitsspiel. Man hatte das Gefühl in einem Bürgerkrieg zu sein. Wasserwerfer, Hundertschaften von Polizeibeamten, Hubschrauber, weitläufige Absperrungen, Alkoholverbote in weiten Teilen der Stadt, Krawalle, zerstörte Öffentliche Verkehrsmittel...
In den letzten Aufeinandertreffen war es dann glücklicherweise etwas ruhiger. Borussia fegte die Geißböcke vom Platz, man denke nur an Raul Bobadillas Traumvorstellung. Auch Marco Reus scheint an den Rot-Weissen gefallen zu finden, dieses Traumtor letztes Jahr bleibt unvergessen.
Was die Stimmung im und um das Stadion angeht - der "Hass" sollte seine Entladung in Gesängen, Fahnenschwenkerei und anderen kreativen Möglichkeiten finden. So wie beispielsweise die Mützenaktion vom FPMG und der Nordkurve e.V.
Das ist kreativ und das ist ein Zeichen von Zusammenhalt. Zeigen wir es den K*****, ein weiteres Mal!
geschrieben von Lars Päffgen
