Jetzt wird es Zeit jemanden zu huldigen, der es wirklich verdient hat. Denn der Erfolg Borussias trägt einen Namen und dieser lautet Lucien „Lulu“ Favre. Das Schweizer Genie wurde am 02.11.1957 in St. Barhtelemy geboren und ist für den VfL ein absoluter Glücksgriff. Spotlight on LuLu...
Der Spieler Lucien Favre
Er war als Spieler ein feiner Techniker, er spielte u.a. bei Servette Genf, Xamax Neuchatel, sowie beim FC Toulouse. Pierre-Albert Chapuisat (Vater von Stephane Chapuisat) hatte ihn 1985 böse gefoult und es sah lange nach einem Karriereende aus. Wegen dieses Fouls zog er sogar vor Gericht und Chapuisat wurde zur einer Geldstrafe wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt. Nach zwei Jahren kämpfte er sich wieder in den Kader von Servette Genf und spielte dort bis 1991 mit Karl Heinz Rummenigge zusammen. Der Romand hat 24. Spiele für die Schweizer Nationalmannschaft absolviert. Sein Debut feierte bei dem 2:1 Sieg gegen die Niederlande, in diesem Spiel gaben auch Frank Rijkaard und Ruud Gullit ihr Debüt. Für die Nationalelf erzielte er ein Tor, sein letztes Spiel absolvierte er 1989. Im Jahre 1983 wurde er zum Spieler des Jahres gekürt, die schweizer Meisterschaft durfte er 1985 mit Servette feiern.
Start einer Trainerkarriere
Nachdem er, 1991 seine Spielerlaufbahn beendete, stieg er sofort in den Job des Trainers ein. Seine erste Station begann er beim Fc Echallens als Assistent und die dortige C-Jugend mittrainierte. Er wollte einen Verein von der Basis auf kennen lernen, was ihm wohl bis heute seine besondere Fähigkeit, mit Spielern umzugehen, ausmacht. Daraufhin übernahm er dann die C-Jugend des dortigen Vereins und er schaffte dort den ersten großen Erfolg. Die Mannschaft stieg völlig unerwartet in die Nationaliga B auf. 1997 wechselte er dann zu Yverdon Sports, mit ihnen stieg er, von der Zweiten Liga in die erste auf und in der ersten Saison führte er diese auf Rang Fünf, sehr eindrucksvoll. Nach diesem Erfolg wurde er 2000 nach Servette Genf geholt, wo er ja selbst als Spieler erfolgreich war. Seine Weiterentwicklung kannte keine Grenzen, bereits ein Jahr später holte er den Schweizer Pokal und 2002 gab es eine kleine Tour durch Europa, ein 3:0 gegen Hertha Berlin führte zum Achtelfinaleinzug. Im Jahre 2003 ging er zu FC Zürich, um den nächsten Schritt seiner Trainerkarriere zu machen, wohl seine, bis dato erfolgreichste. Das Schweizer Genie holte 2005 den Pokal und in den beiden Jahren darauf die Schweizer Meisterschaft. Seine ganz persönlichen Titel, er wurde zweimal Trainer des Jahres in der Schweiz.
Favre kommt nach Deutschland
So ein Erfolg lässt natürlich auch die große Fußballnation Deutschland aufhorchen. Hertha BSC war dann seine erste Station in Deutschland. Hierzulande merkten wir ganz schnell, dass dieser Trainer wesentlich mehr konnte, als viele andere. Sein System schlug auch schnell bei den Berlinern ein und sie waren relativ erfolgreich, trotz mehrerer Spielerabgänge. In der Saison 2008/09 führte er Hertha auf den vierten Tabellenplatz und, wie wir uns alle erinnern, spielten sie lange um die deutsche Meisterschaft mit. Gleichzeitig hat er wieder seinen ganz persönlichen Erfolg. Nachdem er zuvor zweimal Trainer des Jahres in der Schweiz wurde, schätzte man seine Arbeit auch hierzulande. Er wurde in seiner zweiten Saison bei Hertha zum Trainer des Jahres in Deutschland gewählt. Nach einem miserablen Saisonstart wurde er aber, am 28.09.2010 entlassen.
Favre übernimmt Traineramt in Mönchengladbach
Danach wurde es lange ruhig, bis zu diesem kalten Februartag im Jahre 2011. Genauer gesagt, war es der 14.02.2011. Mönchengladbach lag in Trümmern und jeder war schon mit den Kaderplanungen für die 2. Liga beschäftigt. Bis Favre, völlig überraschend als Nachfolger von Michael Frontzeck vorgestellt wurde. Keiner von uns konnte an diesem Tag nur davon träumen, was dieser Mann, in gut einem Jahr Arbeit erreichen würde.
Seite 1 - 2