Borussia gegen Freiburg. In meinen Augen sollte es das bisher schwerste Spiel der laufenden Saison sein. Im Vorfeld hatte ich schon ein ungutes Gefühl für diese Partie. Vermutete ich doch einen Gegner, der uns das Leben ähnlich schwer machen würde, wie die Schalker zuletzt. Leider bestätigte sich diese Prognose. Es reichte wieder ein 1:0, doch diesmal auf der falschen Seite.
In der ersten viertel Stunde hatte Borussia mehr Ballbesitz, Freiburg stand aber defensiv sehr kompakt. So hatte der VfL nur wenige halbgare Möglichkeiten vor das Tor der Breisgauer zu kommen. In der 18. Spielminute war es dann soweit. Johannes Flum kommt vor dem 16er zum Schuss, leider fälschte Stranzl diesen unhaltbar für ter Stegen ins Tor ab. Somit stand es 1:0 für Freiburg. Pech für Borussia, in einer Szene hätte es Elfmeter geben müssen, als Cisse im eigenen Strafraum ein Foul begann. Das Ganze blieb ungeahndet.
Nun konnte der VfL zeigen, wie stark er wirklich ist und inwieweit die Tabelle die Wahrheit spricht. 315 Minuten ohne Gegentreffer sind nun erstmal vorbei. Arango versuchte es dann mal mit einem
Freistoss, dieser wurde vom Torhüter abgefangen. Freiburg stand nun wesentlich besser auf dem Platz verteilt und nah an den Borussen. Die Breisgauer wurden immer offensiver und erspielten sich
mehrere Chancen.
Kurzzeitig versuchte die Borussia, die entstehenden Räume zu nutzen, spielten das Ganze aber nicht vernünftig aus. So verzog de Camargo beispielsweise vor dem Tor total.
In der 39. Spielminute dann die erste grosse Tormöglichkeit für den VfL. Thorben Marx bekommt den Ball von Reus in den Lauf gespielt und musste nur noch draufhalten. Leider entschärfte der SC-Keeper den Ball.
Mit dem 1:0 Rückstand ging es dann zum Pausentee. Insgesamt fehlte der Biss und das Esprit. Es wirkt alles routiniert, trotz einiger Fehlpässe, aber routine darf nicht zur Routine werden.
Nach der Pause erhöhte die Borussia den Druck etwas. Man hatte das Gefühl, das sie redlich bemüht waren, das im Training einstudierte umzusetzen. Doch alle Bemühungen blieben erfolglos. Der Biss fehlte weiterhin. Dem Spielverlauf nach, gab es nichts was Hoffnung auf nur ein Pünktchen machte. Es waren mittlerweile 65. Minuten gespielt.
Das Spiel war nun von beiden Seiten sehr unkontrolliert geführt. So häuften sich die Fehlpässe und auf Seiten der Gladbacher wurden gute Situationen nicht erkannt bzw. viel zu hastig abgeschlossen. Borussia lies einfach alles vermissen. Sinnbildlich, das selbst Marco Reus heute eher eine fehlgezündete Rakete war. Das ist vielleicht etwas herb ausgedrückt, aber spiegelt es doch gut wieder. Im Verlauf der 74. Minute kam Dante noch zu zwei guten Kopfballgelegenheiten nach Freistössen von Arango. Leider erfolglos. Der in der 61. Spielminute eingewechselte Raul Bobadilla, war der einzige, der Kampfeswillen offenbart hat, leider reichte dies nicht.
In den letzten zehn Minuten, drehte Borussia nochmal auf, um sich dann wieder hinten reindrängen zu lassen. Kurioseste Szene in der 88. Minute, Bobadilla wird wie beim Wrestling vom Gegner umgerungen und erhält dafür Gelb. Tolle Schiedsrichterleistung!
So blieb es letztendlich bei der zweiten Saisonniederlage. Eine Niederlage ähnlich wie die gegen Schalke. Borussia muss einen zweiten Plan haben, wenn der Gegner sich so auf diese Taktik einstellt. Die Freiburger standen taktisch gut, Borussia war ohne Biss und kaum in der Lage mal die Zähne zu zeigen.
Auf der Suche nach einem passenden Bild für diesen Bericht, habe ich die Fotos des letzten Spieles beim SC Freiburg durchgeschaut. Dort fand ich die Fanaktion, bei der die Fans die Werte des VfL aufzeigten (z.B. Einsatzwillen, Kameradschaft...). Irgendwie passt das wohl wieder ein bisschen. Jeder sollte sich wohl nochmal daran erinnern, denn das Spiel heute war nichts!
Ich hoffe nicht, das bei unserer Borussia so langsam die Luft rausgeht. Ich hoffe, das dieses Spiel etwas positives für das Gesamte bringt.
Der Blick auf die Tabelle, und das war schon vor diesem Spieltag klar, verheisst immer noch einen Platz auf dem Siegertreppchen. Trotzdem haben wir das Glück, das Bayern nur einen Punkt geholt hat und unsere Verfolger, einen 3-Punkte Abstand auf uns haben. 96 und Schalke können morgen bis auf einen Punkt an uns heran kommen.
Der nächste Spieltag wird zeigen wohin es gehen wird. Nur ein Sieg führt zum Verbleib auf einen der ersten drei Plätze. Ansonsten kann der Weg uns bis auf den siebten Platz führen.
geschrieben von Lars Päffgen
Kommentar schreiben
Kommentare: 0